Nach § 132a StGB ist der Mißbrauch von Titeln mit Strafe bedroht.

Eine Verletzung der Vorschrift kann strafrechtliche und berufsrechtliche Konsequenzen haben.

Berufsrechtliche Konsequenzen

§ 2 Abs. 2 der Berufsordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe normiert:

"Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen bei der Berufsausübung
entgegen gebrachten Vertrauen zu entsprechen."

Ein Arzt, der dem strafrechtlichen Verbot zuwider einen Titel führt, verstößt gegen diese Vorschrift.

Problematisch ist, ob und unter welchen Voraussetzungen und in welcher Form ein im Ausland verliehener Titel in der Bundesrepublik Deutschland geführt werden kann.

Was Professorentitel aus dem Nicht-EU-Ausland anbelangt, so nahm die nordrhein-westfälische Justiz eine Berufsrechtsverletzung an, wenn der im Ausland verliehene Titel in einer Weise geführt wird, dass er mit den entsprechenden deutschen Bezeichnungen gleichlautend ist (OVG Münster, Urt. v. 29.02.1982 - 20 A 2046/79 -; VG Köln, Urt. v. 15.05.1984 - 2 T 60 (I)/83 -). Eine neue Entwicklung zeichnet sich indes durch die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster (OVG Münster, Urt. v. 14.03.2011 - 119 A 3006/06 -) zu chinesischen Professuren ab.

Anders verhält es sich indes im Hinblick auf Professorentitel aus dem EU-Ausland. Was das Führen von lettischen Professorentiteln anbetrifft, so ist nach einem Gutachten der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZaB) die Bezeichnung "Gastprofessor" führbar, solange ein entsprechendes Arbeitsverhältnis besteht. Demgegenüber kann der Titel "außerplanmäßiger Professor" nicht geführt werden (vgl. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin vom 16.07.2012, Aktenzeichen IV A 7, zum Vorgang VG Berlin - 12 A 1132/08 -).

Zur Frage, ob ein in Rumänien verliehener Titel "visiting professor" (Gastprofessor) nur "prof. asoc. inv." oder auch "Prof." abgekürzt werden darf, musste das Verwaltungsgericht Köln in seiner Sitzung vom 09.10.2012 - 7 K 3060/11 - Stellung beziehen. Das Verwaltungsgericht Köln wies auf § 69 HochschulG NRW hin. Dort heisst es auszugsweise: "... ferner kann die im Herkunftsland zugelassene oder dort nachweislich allgemein übliche Abkürzung geführt sowie eine wörtliche Übersetzung in Klammern hinzugefügt werden..." Maßgeblich ist danach, welche Abkürzung im Herkunftsland üblich ist. Das Verwaltungsgericht Köln vertritt die Meinung, dass es dem Gastprofessor obliege, durch Vorlage einer amtlichen Erklärung des rumänischen Wissenschaftsministerium nicht nur die allgemein übliche Abkürzung, sondern auch die in akademischen Kreisen allgemein übliche Abkürzung zu beweisen.