Berufsrecht der Psychologischen Psychotherapeuten

Rechtsanwalt Frank Feser, Dozent der AFKV

Überblick

Nach jahrzehntelanger Diskussion traten mit dem PsychThG am 1. Januar 1999 berufs- und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen für Psychotherapeuten in Kraft, die auch die Behandlung von Kindern und Jugendlichen regulieren. Neu ist insbesondere auch das Erstzugangsrecht zum Psychotherapeuten. Patienten können mit ihrer Chipkarte also direkt einen Psychotherapeuten aufsuchen. Während oder am Ende der diagnostischen Sitzungen (sog. probatorische Sitzungen), die jeder Psychotherapie vorausgehen, muss ein somatischer Befund durch einen Haus- oder Facharzt erhoben werden, damit eventuelle körperliche Erkrankungen bei der psychotherapeutischen Behandlung berücksichtigt werden können.

Berufsbezeichnung

Gemäß § 1 Abs. 1 PsychThG darf nur derjenige die Berufsbezeichnung der "Psychologischen Psychotherapeutin", der "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin", des "Psychologischen Psychotherapeuten" oder des "Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten" führen, der eine Approbation nach § 2 PsychThG oder eine befristete Erlaubnis nach § 4 PsychThG erhalten hat. Für eine staatliche Approbation, die von den zuständigen Gesundheitsbehörden der Länder erteilt wird, sind nach § 2 PsychThG im Wesentlichen folgende Voraussetzungen erforderlich: · die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines Mitgliedsstaates der EU, · die Ableistung einer dreijährigen Vollzeitausbildung bzw. einer fünfjährigen Teilzeitausbildung und die Absolvierung einer staatlichen Prüfung, · die persönliche Zuverlässigkeit und Würde zur Ausübung des Berufes, · die körperliche und geistige Eignung für den Beruf. Nach § 132a StGB kann derjenige, der unbefugt die Berufsbezeichnung Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut oder Psychotherapeut führt mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft werden. Wer demnach eine solche Berufsbezeichnung oder eine zum Verwechseln ähnliche Bezeichnung für sich selbst in Anspruch nimmt und dies in einer Weise geschieht, welche die Allgemeinheit berührt, muss mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen (vgl. Schönke/Schröder-Cramer/Sternberg-Lieben, Strafgesetzbuch, Kommentar, § 132a Rdnrn. 13 und 17). Zweifelhaft ist, ob auch die Ausübung der heilkundlichen Psychotherapie, ohne Approbation, gegen § 132a StGB verstößt (so Plagemann/Kies, S. 413 unter Berufung auf OVG Hamburg vom 23.06.1999 - 5 Bs 118/99 -; a.A. VG Arnsberg vom 25.03.1999 - 3 L 295/99 -).

Ausbildung

Die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dauert in Vollzeitform jeweils mindestens drei Jahre, in Teilzeitform jeweils mindestens fünf Jahre. Sie besteht aus einer praktischen Tätigkeit, die von theoretischer Ausbildung begleitet wird, sowie aus praktischer Ausbildung. Sie schliesst mit dem Bestehen einer staatlichen Prüfung ab. Die Ausbildung ist in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV) und für Psychologische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJPsychTh-APrV) geregelt. Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung ist nach § 5 Abs. 2 PsychThG für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten a. eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt und gemäss § 15 Abs. 2 S. 1 des Hochschulrahmengesetzes der Feststellung dient, ob der Student das Ziel des Studiums erreicht hat, b. ein in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworbenes gleichwertiges Diplom im Studiengang Psychologie oder c. ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten a. eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt und gemäss § 15 Abs. 2 S. 1 des Hochschulrahmengesetzes der Feststellung dient, ob der Student das Ziel des Studiums erreicht hat, b. die im Inland an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule bestandene Abschlussprüfung in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik, c. ein in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworbenes gleichwertiges Diplom in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik oder d. ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium. Die Ausbildungen werden laut § 6 Abs. 1 PsychThG an Hochschulen oder anderen Einrichtungen vermittelt, die als Ausbildungsstätten für Psychotherapie staatlich anerkannt sind.

Durchführung der staatlichen Prüfung

Die staatliche Prüfung nach § 5 Abs. 1 Satz 2 des Psychotherapeutengesetzes umfaßt einen schriftlichen und mündlichen Teil (§§ 8 Abs. 1 PsychTh-APrV, 8 Abs. 1 KJPsychTh-APrV). Der Prüfling legt die Prüfung bei der zuständigen Behörde ab. Zuständig ist die Behörde des Landes, in dem der Prüfling im Zeitpunkt der Antragstellung nach § 7 Abs. 1 PsychTh-APrV bzw. § 7 Abs. 1 KJPsychTh-APrV an der Ausbildung teilnimmt (§ 8 Abs. 2 PsychTh-APrV bzw. § 8 Abs. 2 KJPsychTh-APrV).

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung, die in Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen geregelt wurde, gliedert sich in eine dreijährige bzw. fünfjährige berufspraktische Tätigkeit und Ausbildung und umfasst 4.200 Stunden (vgl. § 5 Abs. 1 PsychThG). Darin enthalten ist eine theoretische Ausbildung von mindestens 600 Stunden (vgl. § 3 KJPsychTh-APrV) und eine praktische Ausbildung von mindestens 600 Stunden Patientenbehandlung unter Supervision mit mindestens sechs Behandlungsfällen (vgl. § 4 KJPsychTh-APrV) sowie mindestens 150 Supervisionsstunden, von denen mindestens 50 Stunden als Einzelsupervision durchzuführen sind. Die praktische Tätigkeit umfaßt mindestens 1.800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils mindestens drei Monaten abzuleisten (vgl. § 2 KJPsychTh-APrV). Gegenstand der Ausbildung sind nur die wissenschaftlich anerkannten Verfahren, wobei (gesetzlich) nicht festgelegt wird, welches Verfahren als wissenschaftlich anerkannt gilt. Der Gesetzgeber lässt es daher offen, welche Verfahren außerhalb der Psychotherapie-Richtlinien (dazu gehören die tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie sowie die Verhaltenstherapie) innerhalb der Ausbildung vermittelt werden. Über die Anerkennung der wissenschaftlichen Verfahren soll vielmehr die zuständige Landesbehörde nach Anhörung eines neu errichteten wissenschaftlichen Beirates (§ 11 PsychThG) entscheiden. Weitere Einzelheiten regeln die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen. Die Frage, welche Verfahren als wissenschaftlich anerkannte psychotherapeutische Verfahren anzusehen sind, wird kontrovers diskutiert. Francke geht in Anlehnung an ein Forschungsgutachten des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahre 1991 davon aus, dass solche Verfahren wissenschaftlich anerkannt sind, deren therapeutische Wirksamkeit gegenwärtig, möglicherweise mit Einschränkungen der Indikation, durch wissenschaftliche Studien gut begründet ist, sowie solche, deren therapeutische Wirksamkeit gegenwärtig durch wissenschaftliche Studien weniger gut begründet ist, bei denen es jedoch für möglich gehalten wird, dass solcher Nachweis durch weitere Forschung in überschaubarer Zeit erbracht werden kann und die in der beruflichen Praxis eine verbreitete Anerkennung gefunden haben (Francke, a.a.O., S. 453). Zugelassen zur Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten werden nur Diplom-Psychologen, die das Fach Klinische Psychologie in der Abschlußprüfung belegt haben, während die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten sowohl Diplom-Psychologen als auch Absolventen des Hochschulstudiums der Pädagogik oder der Sozialpädagogik aufnehmen können (§ 5 PsychThG).

Approbation

Das am 01.01.1999 in Kraft getretene Psychotherapeutengesetz beinhaltet in § 1 die Regelungen zum Schutz der Berufsbezeichnung "Psychologischer Psychotherapeut", "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut" sowie "Psychotherapeut". Er macht die Ausübung der Psychotherapie von dem Besitz einer Approbation abhängig und definiert zugleich, was im Sinne des PsychThG unter diesem Begriff zu verstehen ist. Die Approbation beinhaltet nicht nur die Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie im Sinne des Gesetzes, sondern auch das Recht, die nunmehr durch das PsychThG geschützten Berufsbezeichnungen "Psychologische Psychotherapeutin", "Psychologischer Psychotherapeut", "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin", "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut", "Psychotherapeutin" oder "Psychotherapeut" führen zu dürfen. Während die Approbation als Psychologischer Psychotherapeut zu der unbeschränkten Ausübung der Psychotherapie im Sinne des PsychThG berechtigt, beschränkt die Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut dieses Recht auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 21 Jahren. Ausnahmsweise erweitert sich die Behandlungsbefugnis des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dann, wenn zur Sicherung des Therapieerfolges eine gemeinsame Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Erwachsenen notwendig ist bzw. wenn eine vor Vollendung des 21. Lebensjahres begonnene Therapie erst nach seiner Vollendung abgeschlossen werden kann.

Approbation nach § 5 PsychThG

Voraussetzung für die Erteilung der Approbation nach § 5 PsychThG ist neben persönlichen Voraussetzungen das Ableisten der vorgeschriebenen Ausbildung und das Bestehen der staatlichen Prüfung. Da das PsychThG erst am 01.01.1999 in Kraft getreten ist, stehen die Ausbildungen nach diesem Gesetz noch am Anfang. Staatliche Prüfungen und die Erteilung von Approbationen im Anschluss an die Ausbildung nach neuem Recht werden frühestens 2002 stattfinden.

Übergangsapprobation

Diejenigen Diplom-Psychologen und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, die bisher am Delegationsverfahren bereits teilgenommen haben, die Voraussetzungen zur Teilnahme an diesem Verfahren erfüllen, die Weiterbildung zum "Fachpsychologen der Medizin" nach DDR-Recht absolviert haben oder langjährig entweder in der Kostenerstattung oder im Anstellungs- bzw. Beamtenverhältnis psychotherapeutisch tätig waren, können aufgrund von Übergangsbestimmungen auch ohne die im PsychThG vorgesehene Ausbildung approbiert werden (§ 12 PsychThG). Im Einzelnen ist hierzu das Folgende anzumerken: "Delegationspsychotherapeuten" § 12 Abs. 1 PsychThG regelt die Approbation für solche Personen, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung an der psychotherapeutischen Behandlung von gesetzlich Krankenversicherten im Delegationsverfahren mitgewirkt haben oder die Qualifikation für eine solche Mitwirkung erfüllen. Maßgeblicher Zeitpunkt ist - in Modifikation durch § 95 Abs. 10 S. 1 Nr. 1 SGB V - der Zeitpunkt des 31.12.1998. Da Voraussetzung für die Mitwirkung eines Psychologen im Delegationsverfahren ebenso wie für die Erfüllung der Qualifikation die Ausführung von Richtlinientherapie ist, stellt die Anwendung des § 12 Abs. 1 PsychThG insoweit auf dem Hintergrund des neuen § 95 c S. 2 Nr. 3 SGB V Probleme nicht dar, wenn die Approbationsbehörde die Approbation aufgrund von § 12 Abs. 1 PsychThG erteilt. Anzumerken ist, dass anders als in den übrigen Anwendungsfällen des § 12 PsychThG nicht Voraussetzung für die Approbationserteilung und dementsprechend auch für die Zulassung nach § 95 Abs. 10 SGB V ist, dass der zulassungswillige Therapeut Psychologe - oder bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Pädagoge bzw. Sozialpädagoge - ist. Vielmehr reicht es, dass der Behandler am Delegationsverfahren teilgenommen hat, ohne Arzt zu sein (vgl. § 12 Abs. 1 S. 1 PsychThG). § 12 Abs. 1 S. 3 PsychThG enthält darüber hinaus die rechtliche Möglichkeit, eine Approbation nach § 12 PsychThG zu erhalten, wenn ein Nacherwerb der Qualifikation für die Delegation spätestens bis zum 31.12.2001 (bei Teilzeitbeschäftigung spätestens bis zum 31.12.2003) erfolgt. Diese Fälle spielen jedoch für die Übergangszulassung nach § 95 Abs. 10 SGB V insoweit keine Rolle, als diese Vorschrift fordert, dass die für die Approbation notwendigen Voraussetzungen bis zum 31.12.1998 vorgelegen haben müssen und dementsprechend auch eine Antragstellung nicht bis zum 31.12.1998 erfolgen kann. Nach Erteilung einer Approbation nach § 12 Abs. 1 S. 3 PsychThG müsste ein Bewerber im Rahmen des Regelsystems der Zulassung zunächst die Arztregistereintragung (Psychotherapeutenregistereintragung) beantragen, um dann - bedarfsabhängig - zugelassen werden zu können. "Fachpsychologen in der Medizin" Der Anwendungsfall des § 12 Abs. 3 PsychThG dürfte im Lichte des Zulassungsrechts nach § 95 Abs. 10 SGB V keine große praktische Rolle spielen, da der in § 12 Abs. 2 PsychThG genannte Personenkreis aufgrund seinerzeitiger Übergangsvorschriften in der Psychotherapie-Vereinbarung bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen den Status von Delegationspsychotherapeuten erhalten hat, zumindest aber aufgrund dieser Übergangsbestimmungen die Voraussetzungen für die Teilnahme am Delegationsverfahren erfüllt. Außerhalb des Delegationsverfahrens tätige "freiberufliche" Psychotherapeuten § 12 Abs. 3 betrifft im wesentlichen einen Personenkreis, der eine Abschlußprüfung im Studiengang Psychologie erfolgreich bestanden und durch Berufspraxis und theoretische Ausbildung in einem bestimmten Zeitraum seine Qualifikation für die Ausübung von Psychotherapie im Sinne des § 1 Abs. 3 PsychThG nachweisen kann. Nach der Systematik der Vorschrift ist dieser Qualifikationsstatus durch drei Elemente zu erfüllen, nämlich die tatsächliche Mitwirkung an der Versorgung von Patienten, und zwar Versicherten der Krankenkasse oder Patienten, für die die psychotherapeutischen Leistungen von einem Unternehmen der privaten Krankenversicherung vergütet oder von der Beihilfe als beihilfefähig anerkannt worden sind, in dem Zeitraum zwischen dem 1.1.1989 und dem 31.12.1998; den Nachweis von mindestens 4.000 Stunden psychotherapeutischer Berufstätigkeit oder von 60 dokumentierten und abgeschlossenen Behandlungsfällen während dieses Zeitraums; den Nachweis von mindestens 140 Stunden theoretischer Ausbildung in wissenschaftlich anerkannten Verfahren. Ergänzend enthält diese Vorschrift darüber hinaus die Möglichkeit, einen Qualifikationsstatus nachzuweisen, für solche Psychologen, die den Nachweis einer entsprechenden Versorgungstätigkeit in dem zuvor genannten 10-Jahres-Zeitraum oder den Nachweis einer Berufspraxis in Psychotherapie von mindestens 4.000 Stunden oder 60 dokumentierten und abgeschlossenen Behandlungsfällen innerhalb dieses 10-Jahres-Zeitraums nicht führen können (vgl. § 12 Abs. 3 S. 3 PsychThG). Für diesen Fall werden die zuvor genannten Bedingungen variiert; hinzuweisen ist auf die mindestens 5 Behandlungsfälle unter Supervision mit insgesamt mindestens 250 Behandlungsstunden und den erhöhten Anteil von theoretischer Ausbildung in wissenschaftlich anerkannten Verfahren (mindestens 280 Stunden); wegen der übrigen Einzelheiten darf auf § 12 Abs. 3 S. 3 PsychThG hingewiesen werden. Beamtete und angestellte Psychologen aus Einrichtungen § 12 Abs. 4 PsychThG betrifft Psychologen mit einer an einer Universität bestandenen Abschlußprüfung, die aufgrund einer vorausliegenden Tätigkeit und Berufspraxis in bestimmten Einrichtungen einen Qualifikationsstatus erworben haben, welcher die Erteilung einer Approbation nach Übergangsrecht rechtfertigt. Die Vorschrift enthält ebenfalls drei Elemente, nämlich den Nachweis, daß sie zwischen dem 1.1.1989 und dem 31.12.1998 mit einer Gesamtdauer von mindestens 7 Jahren entweder in einer psychiatrischen, psychotherapeutischen, psychosomatischen oder neurologischen Einrichtung vorwiegend psychotherapeutisch tätig waren oder hauptberuflich psychotherapeutische Behandlungen durchgeführt haben (Einrichtungen in dem vorgenannten Sinne können auch Krankenhausabteilungen sein); den Nachweis von mindestens 4.000 Stunden einschließlich der dazu notwendigen Diagnostik und Fallbesprechungen psychotherapeutischer Tätigkeit oder von 60 abgeschlossenen dokumentierten Behandlungsfällen; den Nachweis von mindestens 140 Stunden theoretischer Ausbildung "in dem Gebiet, in dem sie beschäftigt sind". Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten § 12 Abs. 5 PsychThG regelt die Übergangsapprobation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut für Behandler, die nicht die Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut aufgrund von § 12 Abs. 1 PsychThG im Hinblick auf das Vorliegen der Voraussetzungen für das Delegationsverfahren (Teilnahme oder Erfüllung der Qualifikation) erwerben können. § 12 Abs. 5 PsychThG bezieht sich mithin auf die Approbationserteilung für einen Personenkreis, welcher unter § 12 Abs. 3 und Abs. 4 PsychThG fällt (selbständig tätige, beamtete und angestellte Personen), wobei die Voraussetzungen dieser Vorschriften in zwei Elementen variiert werden, nämlich im Hinblick auf die Eingangsqualifikation als Psychologe und im Hinblick auf die patientenspezifische Erfüllung der die psychotherapeutische Berufstätigkeit betreffenden Qualifikationsmerkmale: Einmal tritt neben die Eingangsqualifikation der Abschlußprüfung im Studiengang Psychologie auch die Abschlußprüfung in Pädagogik oder Sozialpädagogik an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule, zum anderen müssen die in § 12 Abs. 3 S. 2 PsychThG und § 12 Abs. 4 S. 2 PsychThG - dementsprechend auch die Substitutionsfälle in § 12 Abs. 3 S. 3 PsychThG und § 12 Abs. 4 S. 3 PsychThG - aufgeführten, für die psychotherapeutische Berufstätigkeit maßgeblichen Behandlungsfälle und Ausbildungserfordernisse in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie nachgewiesen werden können. Ob die Approbationsbehörden der Länder insoweit eine durchgängig strenge Nachweisführung erforderlich machen, ist derzeit nicht abzusehen. Damit würde sich die Frage stellen, ob ein nach § 12 Abs. 3 oder § 12 Abs. 4 i.V.m. § 12 Abs. 5 PsychThG approbierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut die über § 95 Abs. 10 SGB V für die Übergangszulassung vermittelte Fachkundequalifikation in Richtlinienverfahren ebenfalls erfüllen könnte, wenn er nur teilweise Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ausgeübt hat.

Zulassung

Mit der Approbation erwirbt man aber ebenso wie mit der ärztlichen Approbation noch nicht zugleich auch die Berechtigung zur Teilnahme an der psychotherapeutischen Versorgung der GKV-Versicherten. Grundsätzlich werden zukünftig alle Psychotherapeuten bedarfsabhängig, d.h. nur noch in nicht gesperrten Planungsbereichen zugelassen. Dies sind im wesentlichen diejenigen approbierten Psychotherapeuten, · die eine Ausbildung nach § 8 PsychThG und dabei eine vertiefte Ausbildung in einem Richtlinien-Verfahren ableisten sowie · die mit ihrer Approbation aufgrund der berufsrechtlichen Übergangsregelungen zwar gleichzeitig den krankenversicherungsrechtlich notwendigen Fachkundenachweis erworben, jedoch bis zum 31.12.1998 keinen Zulassungsantrag gestellt haben. Für die Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung müssen Inhaber einer Übergangsapprobation nach § 12 PsychThG gem. § 95 c Satz 2 Nr. 3 SGB V nachweisen, dass die für eine Approbation geforderten Behandlungsfälle oder -stunden und die theoretische Ausbildung in einem anerkannten Richtlinienverfahren erfolgten (unzulässig ist also der sog. Methodenmix). Bei einer bedarfsunabhängigen Zulassung gem. § 95 Abs. 10 SGB V müssen die Voraussetzungen des Fachkundenachweises bis zum 31.12.1998 erfüllt worden sein. Wer die Übergangsapprobation aufgrund von praktischen und/oder theoretischen Qualifikationen in Gesprächstherapie erhalten hat, kann damit den Fachkundenachweis also nicht führen. Da § 95c Satz 2 Nr. 3 SGB V aber keinen bestimmten Zeitpunkt für das Vorliegen des übergangsdefinierten Fachkundenachweises bestimmt, können die nach § 12 PsychThG approbierten Psychotherapeuten - mit Blick auf eine bedarfsabhängige Zulassung - die für den übergangsdefinierten Fachkundenachweis notwendigen praktischen und theoretischen Qualifikationen in einem Richtlinienverfahren auch nach dem 1.1.1999 erwerben. Bis heute umstritten ist, wieweit die Prüfungsbefugnis des Zulassungsausschusses reicht. Das Vertragsarztrecht ist von dem Prinzip dominiert, dass das Berufsrecht dem Vertragsarztrecht vorgeht. Auf der Basis dieser Grundsätze dürfte es dem Zulassungsausschuss verwehrt sein, die von der Approbationsbehörde als psychotherapeutische Behandlung anerkannte Tätigkeit in einer Beratungsstelle als bloße psychologische Tätigkeit i.S.d. § 1 Abs. 3 S. 3 PsychThG abzutun und nicht als Therapie anzuerkennen. Ebenso ist der Zulassungsausschuss nicht befugt, im Rahmen des Fachkundenachweises von den Antragstellern die Vorlage von Rechnungen und/oder Kontoauszügen zu verlangen, um die tatsächliche Durchführung der Therapien (noch einmal) zu überprüfen, wenn es sich um dieselben Behandlungsfälle oder -stunden handelt, die bereits von der Approbationsbehörde anerkannt worden sind (vgl. Plagemann/Kies, a.a.O., S. 414). (unbenannt)